#151 Wie kann ich meinen eigenen Sound finden?

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#151 Wie kann ich meinen eigenen Sound finden?

Heute geht es um das Thema: wie kann ich meinen eigenen Sound auf dem Saxophon finden und entwickeln? Das Saxophon ist ein typisches Jazz Instrument und dieses Genre lebt sehr von der Authentizität des Künstlers. Und jeder Instrumentalist identifiziert sich sozusagen auch in hohem Maße durch seinen Sound, seinen Klangcharakter. Ich bekomme sehr häufig die Fragen meiner Schüler: wie kann ich klingen wie… Charlie Parker, Stan Getz, Sonny Rollins…usw. Bevor wir beginnen muss ich nochmal sagen, dass alles, was ich Dir an Tipps heute gebe, eignet sich nur für Saxophonspieler, die die Basics des Saxophonspiels schon solide und sicher umsetzen können, D.h. Aspekte wie: gute und stabile Töne spielen können, einen stabilen Tonverlauf, eine konstante Luftführung, eine sichere und deutliche Artikulation, Tonkontrolle in allen Lagen des Saxophons. Nur wenn Du all diese Voraussetzungen erfüllst, macht es Sinn, sich intensiver mit dem Thema Sound/Klangfarbe zu beschäftigen.

Dann noch ein weiterer Aspekt: Es gibt keinen richtigen oder falschen Sound. Hier ist es immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks: also, welche Saxophonisten findest Du toll? John Coltrane, David Sanborn, Cannonball Adderley, Kenny G, Charlie Parker, Candy Dulfer, Maceo Parker. Alle haben für sich einen eigenen Sound, der in der Gesamtbetrachtung doch sehr unterschiedlich sein kann. Um überhaupt eine Vorstellung vom Sound zu haben, solltest Du Dir die Möglichkeiten erst einmal vor Augen halten: Wie soll Dein Sound sein? hell oder dunkel? Funky = eher hell; Jazz = eher dunkel

Equipment: Die Auswahl des Mundstücks und des Blättchens beeinflussen in hohem Maße auch Deinen Sound. z.B. kleine Kammer und steile Kammerrückwand ( Baffle) = heller Sound medium Kammer und lange Baffle = dunkler Sound Blätter: auch bei den Blättern gibt es Fabrikate, die eher einen dunklen oder hellen Sound verstärken. z.B. klingt Vandoren Java eher dunkel und Vandoren ZZ oder V16 eher hell

Dann spielt die Artikulation auch eine Rolle. Welche Art von Artikulation bevorzugst Du? Starke Artikulation versus wenig, oder softe Artikulation und alles was dazwischen möglich ist. Auch in Verbindung mit Timing ist dieser Aspekt interessant. Spielst Du eher hinter dem Beat (Laid Back) wie das z.B. auch oft bei Dexter Gordon hörbar ist, oder spielst Du auf dem Beat oder weit vorne?

Ein weiterer Aspekt ist die Ausschmückung, z.B. mit Vibrato oder Bendings. Gerade das Vibrato ist eine tolle Möglichkeit, Deinen Sound zu gestalten. Hierzu habe och auch vor ein paar Monaten bereits ein sehr ausführliches Video gemacht. Hier der Link zum Vibrato Video: https://youtu.be/PflAGDggksM

Beim Vibrato gibt es vielfältige Möglichkeiten und gerade bei den „alten“ Swing Saxophonisten tolle Vorbilder (Johnny Hodges, Ben Webster, Coleman Hawkins) Dies bringt mich zum vielleicht wichtigsten Punkt beim Thema Sound: Es hilft. Vorbilder zu haben. Sucher Dir einen Saxophonisten, dessen Sound Du magst, und versuche, ihn zu kopieren. Spiele Soli nach und versuche möglichst viele Aspekte zu kopieren. Dies hilft Dir Deine Klangmöglichkeiten zu erweitern, Es geht hier weniger darum, exakt so wie das Vorbild zu klingen, sondern eher Dich für die unterschiedlichen klanglichen Möglichkeiten zu sensibilisieren.

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