#186 bessere Soli durch Einschränkungen

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186 bessere Soli durch Einschränkungen

Heute geht es um Improvisation und wie gewisse Einschränkungen Dir helfen können, bessere und kreativere Soli zu spielen.

Jazz = Improvisation = Freiheit

Und dann komme ich mit dem Begriff “Einschränkungen” oder “Begrenzungen” um die Ecke, als Mittel um besser und kreativer zu improvisieren. Dies ist aber nur scheinbar ein Widerspruch. Vielmehr ist es doch oft so, dass wir durch die Freiheit und Vielzahl der Möglichkeiten häufig in unserem Spiel überfordert sind, und es uns schwerfällt, eine Entscheidung zu treffen.
Die Möglichkeiten scheinen unendlich und vor allem wenn man den “Meistern” zuhört, kommt man schnell zur Erkenntnis, dass es ein unfassbar großes und vielfältiges Vokabular an Improvisationsmöglichkeiten gibt.

Natürlich gibt es auch Regeln zur Improvisation, die auch gerne mal gebrochen werden. Und hier sind wir schon beim eigentlichen Problem: Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, sodass wir entscheiden müssen: was soll ich spielen? und wo/in welchem Bereich soll ich mich weiterentwickeln und verbessern.

Heute möchte ich Dir das System des “Improvisierens mit Einschränkungen” vorstellen und wie es Dir dabei helfen kann, kreativere und bessere Soli zu spielen. Und auch neuronal bedingt tuen wir uns leichter, wenn die Anzahl der Auswahlmöglichkeiten begrenzt ist.

D.h. wenn es zu viele Auswahlmöglichkeiten gibt: Akkorde, Skalen, Rhythmus, Tonumfang, Tondichte, etc. Das Üben mit Einschränkungen führt jetzt dazu, dass Du beim Üben Deine Auswahl an Möglichkeiten von vorne herein begrenzt. Wozu führt dies jetzt: einerseits bist Du nicht mehr überfordert wegen der vielen Möglichkeiten und andererseits – und das ist sicher der wichtigste Aspekt – hast Du ganz klare Anweisungen, die Du lediglich umsetzen musst. Dieses Vorgehen nimmt auch viel Erwartungsdruck und Stress aus der ganzen Improvisations Situation.

In meinem Jazz Onlinekursen findest Du auch an vielen Stellen beste Beispiele für “Üben mit Einschränkungen”. Alleine die Vorgehensweise beim Erlernen der verschiedenen Standards ist quasi eine Blaupause für “Üben mit Einschränkungen”.

Hier habe ich ein 3 Schritte Modell, in dem Du durch konkrete Vorgaben (bzw. Restriktionen) einen Standard von Grund auf und Schritt für Schritt lernst. Z.B. Improvisation mit Grundtönen, Akkordtönen, Variation des Themas, Tonumfang, Rhythmus, Energie bzw. Klangdichte, Richtung bzw. Polation der Melodielinien, Intervallstruktur der Melodien (Schritte versus Sprünge)
Also, einerseits behältst Du durch dieses Vorgehen den Überblick und die Kontrolle und bist weniger überfordert durch zu viel Information und Möglichkeiten. Andererseits birgt dieses Verfahren auch eine optimale Möglichkeit zur Weiterentwicklung Deiner kreativen Fähigkeiten. Durch die Einschränkungen bist Du gezwungen, bisweilen auch neue Wege auf dem Instrument zu gehen und die zwangsläufig eingeübten Phrasen und Griffmuster zu durchbrechen.

Leider kann man sich da nicht entziehen, und jeder Saxophonist, der schon länger improvisiert, wird so seine “Lieblingsphrasen” spielen, die schon fast automatisch ablaufen. Oft sind wir davon auch gelangweilt und haben nicht selten das Gefühl, wir spielen immer das gleiche und wiederholen uns zu oft.

Nun spiele ich 3 Mal drei Chorusse über Solar und zeige Dir am konkreten Beispiel, wie ein Üben mit Begrenzungen gelingen kann.

Chorus 1 – 3: Grundtöne, Akkorde, Akkorde mit chromatischen Zwischentönen

Chorus 4 – 6: Einschränkung Tonumfang: tief Bb bis A’; G’ bis A’’; A’’ bis F’’’

Chorus 7 – 9: Reduktion auf 2 Töne (A und G); Aufwärtslinien; Abwärtslinien

Hier der Link zur MP3 und den Leadsheets von Solar
https://my.hidrive.com/lnk/yaiGCwJ2

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