#178 fetter, großer Sound

#178 fetter, großer Sound

In diesem Video möchte ich Dir ein paar Tipps geben, wie Du einen voluminösen, lauten Sound erzeugen kannst.
Die Faktoren, die den Sound am meisten beeinflussen sind: Dein Equipment (Saxophon, Mundstück, Blatt), Dein Ansatz/Artikulation und die Atmung.
Heute möchte ich den Fokus bei diesem Thema auf Ansatz/Artikulation und Atmung legen.
Das erste, was in Bezug mit Sound und kräftigen, lauten Tönen immer wieder gesagt wird, ist, dass Du Long Tone Übungen spielen solltest.
Die Gründe sind simple und einfach nachvollziehbar: bei den Long Tone Übungen spielst Du mit einem konstanten Luftstrom, die Luft sollte gleichmäßig fließen, ohne Unterbrechungen.
Achte wirklich darauf, dass der Luftstrom gleichmäßig fließt und der Sound gleichförmig ohne Unterbrechung ist. Also, das bedeutet, ohne gleichmäßigen Luftstrom kein fetter Sound.
Arbeite zuerst an Deinem Luftstrom, und leider geht das nur über Long Tones. Dies ist die Voraussetzung für einen fetten Sound.
Im nächsten Schritt solltest Du erkunden, wo die dynamischen Grenzen auf Deinem Instrument sind. Wie leise und wie laut kannst Du spielen?
Übung: spiele einen mittellauten Ton in mittlerer und mache ein decrescendo; spiele einen mittellauten Ton und mache ein crescendo, so weit Du kannst. Diese Dynamikübung hilft Dir, Dich für Deinen Sound zu sensibilisieren und einen konstanten Luftstrom in unterschiedlichen Spielsituationen zu erzeugen.
Im nächsten Schritt, um lauter zu spielen, brauchst Du nun mehr und schnellere Luft (und dies funktioniert nur, wenn Du Deinen Luftstrom kontrollieren kannst und konstante, gleichmäßige Töne spielen kannst). An dieser Stelle kann ich den Luftstrom auch mit einem Wasserschlauch vergleichen. Wenn das Wasser normal aus dem Schlauch fließt plätschert es einfach vor sich hin. Wenn Du mit dem Daumen den Schlauch Teilweise verschließt, fließt das Wasser mit höherem Druck viel weiter.
D.h. auf das Saxophon übertragen: der Durchmesser der Luftsäule wird kleiner und die Luft kann schneller fließen und der Sound wird fetter. Das bedeutet, die Luft muss fokussiert in das Mundstück. Wenn Du diesen Schritt ausführen kannst, schnelle, konstante Luft in einem fokussierten Luftstrom, so kannst Du sofort kräftigere Töne spielen.
Es wird Dir relativ schnell gelingen. Langfristig liegt die Schwierigkeit darin, dieses neue Spielgefühl in Deinen Alltag zu übertragen und – wenn es gewünscht ist – jederzeit in den fokussierten Modus zu wechseln bzw. dieses Spielgefühl zu verinnerlichen.

Nun schauen wir uns den Ansatz an: hier ist es meist so, dass tendenziell die Unterlippe zu nahe an der Blattspitze positioniert ist, sodass das Blatt nicht ausreichend genug schwingen kann, um einen fetteren Sound zu erzeugen. Für mich ist der optimale Kontaktpunkt zwischen Unterlippe und Blättchen, an der Stelle, wo sich die Bahn des Mundstücks und das Blatt berühren. Wenn Du dort die Unterlippe platziert, ist es die optimale Position, in der das Blättchen am besten schwingt. Es kann auch sein, dass hierdurch Deine Zähne ein bisschen weiter als gewohnt auf dem Mundstück drauf positioniert werden.
Außerdem solltest Du den Ansatz ein bisschen öffnen, damit das Blatt gut schwingen kann und nicht angedrückt wird, das bedeutet, die Unterlippe sollte ein bisschen nach außen gewölbt sein und der Kontaktpunkt mit dem Blättchen ungefähr an der Stelle, an der der fleischige Teil der Unterlippe beginnt. Durch diese Position wirkt die Unterlippe wie ein Kissen/Polster, weil der Muskel der Unterlippe mehr Kontakt zum Blatt hat und nicht nur der Rand; dadurch schwingt das Blatt besser und Du klingt besser.
Die Mundwinkel sollten nicht nach hinten/außen gezogen werden sondern nach innen.
Für Anfänger ist diese Lippenposition sicherlich noch nicht geeignet, da noch nicht genügend Ansatzmuskulatur aufgebaut ist.
Sobald Du aber sicher mit einem konstanten Luftstrom spielen kannst, kannst Du auch ein bisschen mit der Position Deine Unterlippe experimentieren, aber nur in dem Rahmen, in dem Du die Töne noch gut kontrollieren kannst.
Gerade die Position der etwas nach außen gerollten Unterlippe ist entscheidend für einen fetten Sound. Wenn Du Deinen Ansatz hier umstellst ist es zu Beginn meist sehr ungewohnt und auch die Tonkontrolle ist nicht so einfach. Aber wenn Du mal ein paar Tage mit dem neuen Ansatz gespielt hast, so wird es sich von mal zu Mal besser anfühlen. Nach ca. 1 Monat wird sich der neue Ansatz gut und normal anfühlen.

Ich hoffe, meine Tipps helfen Dir weiter, Deinen Sound zu verbessern und kräftiger und fetter zu klingen. Schreibe mir gerne Deine Erfahrungen mit meinem Tipps in die Kommentare.
Helfen sie Dir weiter? Hat sich Dein Sound schon verbessert?

Bis bald und liebe Grüße

Katrin

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