#179 Auswendiglernen und improvisieren mit Skalen und Akkorden – in 3 Schritten

#179 Auswendiglernen und improvisieren mit Skalen und Akkorden - in 3 Schritten

In diesem Video möchte ich Dir ein System vorstellen, wie Du gut und ohne Überforderung Skalen auswendig lernen kannst.

Und zwar sowohl einfache Dur Tonleitern als auch komplexe Skalen bzw. Kirchentonleitern. Hier geht es nicht um ein paar schnelle Tipps, sondern um ein System, das Du für jede Art von Skala oder auch Akkord anwenden kannst.

Letztlich ist es egal, ob Du Akkorde oder Skalen spielen möchtest, denn hier geht es um ein System, um eine Methode. Dieses System lässt sich in 3 Schritte herunterbrechen:

  1. Zeitlupe, langsames Tempo: Dies ist ein Schritt, den meine Schüler gerne vernachlässigen. Das Spielen im langsamen Tempo ermöglicht es Dir, die Information sorgfältig und vor allem ohne Fehler in Dein Gedächtnis zu programmieren. Gerade das Spielen ohne Fehler ist so wichtig, und hierauf lege ich immer großen Wert. Je weniger Fehler, desto zuverlässiger wird die Information abgelegt. Je mehr Fehler desto sehr viel höher ist der Energieaufwand, der betrieben werden muss, um die Information im Gedächtnis wieder zu korrigieren. Deshalb solltest Du sehr genau darauf achten, möglichst ohne Fehler zu spielen. Bei Akkorden ist die Gemengelage sehr übersichtlich, spiele die Akkorde immer vom Grundton bis zu Septime. Bei den Skalen sind es schon einige Töne, hier kann es sinnvoll sein, die Skala in 2 Tetrachorde (4-Tongruppen) zu unterteilen. D.h. z.B. bei G-Dur: spiel erst den ersten Tetrachord: G, A, H, C, bis er sicher funktioniert; anschließend den 2. Tetrachord: D, E, Fis, G; und schließlich die komplette Skala. Bei den Skalen habe ich es mir angewöhnt, sie immer vom Grundton bis zur None zu üben, dann hat mein gleichzeitig auch einen guten Flow beim Spielen und die Phrasierung klingt auch schlüssig.

  2. Variation, um die Information im Gedächtnis besser abzulegen Wenn Du die Skala bzw. Akkord schon annähernd auswendig spielen kannst, ist es an der Zeit, die Information noch besser abzusichern, dass Du sie auch zukünftig memorisieren kannst. Dies gelingt sehr gut durch Variation. Das bedeutet, die spielst die Information nicht mehr wie im 1. Schritt, sondern Du variierst verschiedene musikalische Parameter: z.B. Dynamik, Rhythmus, Tonwiederholungen, Phrasierung, Akzente/Artikulation Auf diese Weise wird die Information in Deinem Gehirn sehr vielfältig und variabel abgelegt. Dies führt dazu, dass Du Dich zukünftig sehr viel besser daran erinnern kannst. Beispiel rhythmisierte Tonleiter Übung aus Saxophon Essentials Vol. 1

  3. musikalische Umsetzung Der 3. und letzte Schritt ist sicherlich der anspruchsvollste, weil hier Deine Kreativität gefragt ist. Bisher hast Du die Skala bzw. den Akkord in Grundstellung gespielt und immer mit dem Grundton bzw. der I. Stufe begonnen. Nun geht es um die Variation der Reihenfolge, quasi eine Umsetzung der Skala bzw. des Akkords in einer ersten kleinen Improvisation. Ich selber über dies, indem ich am Klavier oder Keyboard den entsprechenden Akkord in der klingenden (C-Version) spiele und dann mit gedrücktem Sustain Pedal halte. Der Klang des Akkords steht nun im Raum und ich improvisiere nun mit dem Akkord/Skala über den Klangteppich des Klaviers. Dies mache ich nicht nur für einen kurzen Moment, sondern durchaus über einen längeren Zeitraum. Ich erforsche Klänge, Melodielinien und rhythmische Variationen. Mit dieser Übung kannst Du auch sehr gut Dein Gehör und Klangvorstellung schulen und Du lernst, wie sich Skalen und Akkorde anfühlen. Du tauchst ein in die Klangfarbe der einzelnen Akkorde. Wenn Du diese Möglichkeit nicht hast, und kein Klavier oder Keyboard zur Verfügung, so kannst Du auch die Akkorde in eine dafür geeignete App, z.B. iReal Pro programmieren. Hier kannst Du einfach ein 8-taktiges Stück anlegen, mit nur einem Akkord als Inhalt und dies dann als Loop abspielen. Die Tonhöhe des Akkords kann sehr leicht verändert werden. Somit hast Du direkt eine kleine Band, mit der zusammenspielen kannst. Die App iRealPro ist zwar nicht kostenlos, ich möchte sie Dir jedoch wärmstens empfehlen, besonders, wenn Du Jazz spielst und improvisierst. In dieser App hast Du Zugriff auf nahezu alle Jazz Standards und kannst mit wenigen Klicks ein ansprechendes Play Along für Deine individuellen Bedürfnisse erstellen.

Mit diesen 3 Schritten wird es Dir gelingen, dauerhaft und ohne Mühe Akkorde und Skalen auswendig zu spielen. Schreibe gerne Deine eigenen Erfahrungen in die Kommentare. Hilft Dir mein System bzw. meine 3 Schritte in der Herangehensweise? Welche Skalen und Akkorde kannst Du bereits auswendig? Und bei welchen hast Du noch Probleme, die Griffmuster zu verinnerlichen?

Hier der Link zur App iRealPro: https://www.irealpro.com

Hier der Link einem Video, das ich über iRealPro gemacht habe: https://youtu.be/JUIpWS3Vv-U

Noten: Saxophon Essentials Vol. 1
https://my.hidrive.com/lnk/RpimCHSk

Saxophon Essentials Vol. 2
https://my.hidrive.com/lnk/YhCGCfgr

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen