#225 5 Dinge, die Deinem Sound schaden

225 5 Dinge, die Deinem Sound schaden

In diesem Video möchte ich Dir zeigen, welche 5 Fehler Deinen Sound killen.

Fangen wir direkt an mit dem häufigsten Fehler: ein gepresster Sound durch eine enge Luftführung, einen zu festen Ansatz und oft auch ein zu niedriges Kinn und dadruch zu viel Druck auf dem Kehlkopf.

1 Der Sound klingt sehr eng, dünn, gepresst und betont die hohen Frequenzen. Ich habe dann auch direkt den Eindruck, dass nichts aus dem Instrument rauskommt und das Instrument gar nicht richtig schwingt. Wie kannst Du nun diese Situation retten und in ein relaxtes Spiel kommen?
Mit einem entspannteren Ansatz und besserer, üppigerer Luftführung und einem vollen Sound? Z.B. indem Du die tiefen Töne übst. Denn dort kommst Du mit einem engen Ansatz und viel Druck nicht weiter. Spiele die tiefen Töne und versuche hier ein Gefühl für einen vollen Sound zu verinnerlichen.
Mit diesem Spielgefühl versuchst Du dann auch in die höheren Lagen zu spielen. Es braucht ein bisschen Zeit, bis Dir die Umsetzung gelingt, aber es lohnt sich sehr, hier am Ball zu bleiben.

2 Vernachlässigen der Atmung: Bei schwierigen Stellen in Stücken, wo eine hohen Konzentration notwendig ist oder auch in Situationen bei einem Vorspiel, in denen unser Gehirn sehr stark mit anderen Gedanken beschäftigt ist: Wo waren nochmal die schweren Stellen? Ist die G#Klappe ok? Was spiele ich über F#7? etc…
In diesen Situationen vergessen wir schnell, dass die Atmung und Luftführung entscheidend ist für einen tollen Sound. Wir vergessen schlicht, tief genug zu atmen und spielen mit viel zu flacher Energie.

Mir geht es auch manchmal so, dass ich nicht mehr an die Atmung denke, weil so viel anderes in meinem Kopf los ist. Allerdings ist das Saxophon ein Blasinstrument und ohne gute Luftführung läuft leider gar nichts. Und wenn wir andererseits nicht dauerhaft an die Atmung denken können, sollte dies sozusagen autmatisiert laufen. Das bedeutet im Unterbewusstsein muss einen gute Atmung verinnerlicht sein.

Also, übe das Atmen beim Üben. So einfach es klingt, ist es auch. Versuche, vor allem bei Einspielübungen und Tonübungen bewusst und tief zu atmen. Eine weitere Möglichkeit ist, in Spielstücken bei Pausen kurz vor dem nächsten Einsatz genügend Zeit zum Atmen einzuplanen. Hier wird oft auch viel zu flach geatmet und nicht tief genug. Mache Dir dies bewusst und versuche wirklich, hier in die Umsetzung zu kommen. Und auch beim Stückbeginn, also wenn der Einzähler kommt, versuche bewusst, nicht nur auf die letzte Viertel einzuatmen, sondern nimm Dir die Zeit, über 2 Viertel (Zählzeit 3 und 4) einzuatmen.
Außerdem hilft es, bei der tiefen Atmung wirklich nach unten zu denken. Wir brauchen keine Abhandlung von Atemtechniken und Stütze, es ist eigentlich ganz einfach. Denke den Luftstrom beim Einatmen nach unten in den Bauch. Bleibe entspannt und sei nicht verkrampft im Brustkorb, denn Du musst entspannt sein, damit die Muskeln sich ausdehnen können. Beim Ausatmen musst Du lediglich loslassen und es braucht keinen zusätzlichen Druck vom Bauch her.

3 Unterlippe und Ansatz Mythen Ein Problem mit der Unterlippe ist meist, dass die Unterlippe zu sehr über die Zähne des Unterkiefers nach innen überlappt. Sicherlich muss die Unterlippe die Zähne bedecken und meist findet man eine gute Position von selber. Es gibt auch für erfahrenere Saxophonisten dann irgendwann die Situation, dass der Ansatz ein bisschen geöffnet wird und die Unterlippe weiter nach außen positioniert wird, aber in der Regel ist dies eher ein Ausnahmefall. Die ersten Jahre kommst Du auch sehr gut mit der “normalen” Position zu exzellenten Ergebnissen. Das bedeutet, experimetiere erst dann mit der Position der Unterlippe, wenn Du einen gut, soliden, vollen und stabilen Sound hast.

4 Du hast keine Vorstellung von einem guten Sound

Höre Dir die großen Meister an und entwickele einen musikalischen Geschmack. Was gefällt Dir am Sound Deiner Vorbilder und was nicht? Nicht selten habe ich auch Schüler, die nur ihren eigenen Sound kennen und nur sich selber zuhören. Das ist leider sehr schade, denn so entdeckst Du nicht, was alles möglich ist und ein reicher Schatz bleibt Dir verborgen. Entwickele Deinen Lieblingssound und lege fest, welche Saxophonisten Dir am besten gefallen und warum. Am Besten ist es hier auch, Deinen Sound aufzumalen auf ein Blatt Papier.

5 Zu viel vom allem: die Jagd nach dem neuesten Gadet und Mundstück Dies beobachte ich sehr oft bei meinen Schülern, die z.B. Intonationsprobleme haben und dann permanent durch neue Mundstücke versuchen, die Probleme zu lösen, statt einfach mal die richtigen Übungen zu spielen, die Deine Intonation stabilisieren. Klar, musst Du auch erstmal ein Mundstück finden, was zu Dir passt und das gut funktioniert. Aber, dann, wenn Du es gefunden hast, bleibe auch dabei für mindestens 6 besser noch 12 Monate und wechsele nicht dauerhaft zu etwas anderem. Das führt in der Folge dann dazu, dass Du total überfordert bist und Dich auf nichts richtig einlassen kannst.

 

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