#221 Wie es leichter fällt, sich selber aufzunehmen

221 Wie es leichter fällt, sich selbst aufzunehmen

Oft schreiben mir meine Schüler ihre Saxophon Probleme per Email. Dann antworte ich, schick mir doch eine kurze Aufnahme, so kann ich Dir direkt helfen und höre sofort, was los ist.

Nicht wenige schicken mir dann gar nichts mehr, wahrscheinlich aus Angst, nicht perfekt zu spielen, oder nicht gut rüberzukommen. Wenn Du jedoch wirklich weiterkommen möchtest und Fortschritte machen möchtest, führt kein Weg am Aufnehmen des eigenen Spiels vorbei.

Im folgenden gebe ich Dir 5 Tipps, wie Du ins Tun kommst und den Widerstand überwindest, der Dich am Aufnehmen hindert.

1 einfache Technik: Du brauchst kein großes Equipment (Mikrofon, Interface, Computer, etc.) um gute Aufnahmen zu machen. Ein Smartphone reicht in der Regel aus. Beim Iphone nutze ich z.B. die vorinstallierte App Sprachmemos für meine Aufnahmen. Bei Android heißt die entsprechende App Diktiergerät.

2 einfach machen – innerer Countdown

Ja, ich weiss, so einfach ist es ja meist nicht. Unser größtes Problem sind wir selber. Hier hab ich mir für ähnliche Situationen ein kleines Ritual angewöhnt, inspiriert durch Mel Robbins, nämlich den Countdown 5 to 1. Das bedeutet, ich zähle rückwärts von 5 bis 1, drücke den Record Button und beginne zu spielen. Dadurch hab ich keine Zeit mehr, darüber nachzudenken, ob es jetzt losgehen soll oder nicht.

3 loslassen und zulassen,

Die Aufnahme ist im Kasten, super. Sei stolz auf Dich, dass Du den Widerstand überwunden hast. Es ist wichtig, dass Du nicht sofort mit der Beurteilung des Ganzen beginnst, sondern erstmal froh bist, dass Du einen Schritt weiter bist.

Auf lange Sicht übst Du diese Aufnahme Situation einfach auch sehr oft und so wirst Du mehr und mehr die Scheu davor ablegen.

4 Aufnahme anhören: Perfektion ist der Feind des Guten.

Höre nun die Aufnahme an. Natürlich kommt dann auch sofort der innere Kritiker und analysiert sofort, was gut war und was eher noch verbessert werden muss. Sei nicht so hart mit Dir selbst in Deiner Kritik. Hier ist ein Perfektionsanspruch fehl am Platz.

5 Analyse

Letztlich ist es wichtig, sich zur Aufnahme Notizen zu machen, denn nur dadurch kannst Du Dich verbessern Was ist mir gelungen… Was kann ich noch besser machen…

Perfektionsgedanken steht Dir da eher im Weg, denn letztlich geht es beim Saxophonspielen nicht darum, irgendwann perfekt zu spielen (was wahrscheinlich sowieso nicht möglich ist), sondern, dass Du Dich steig weiter entwickelst. Also quasi wie eine lange Reise. Es geht im letzten gar nicht darum, ein großes Ziel (Perfektion) zu erreichen, sondern möglichst den Weg dorthin zu genießen, denn Du weisst nicht, ob Du je dort ankommst.

Deshalb ist mein Motto seit einigen Jahren: der Weg ist das Ziel, enjoy the journey.

Fazit: Es wird Dein Spiel wirklich voranbringen, wenn Du Dich regelmäßig beim Saxophonspielen aufnimmst. Du wirst mutiger, lernst, Dir selber zuzuhören, Deine Stärken und Schwächen zu analysieren. Darüber hinaus kannst Du dann auch eigenständig entscheiden, in welchen Bereichen Du Dich verbessern möchtest. Nimm hier gerne auch Deinen Lehrer mit ins Boot. Erfahrungsgemäß sind wir Pädagogen sehr froh, wenn möglichst konkrete Fragen, Wünsche und Formulierungen unserer Schüler kommen, denn so kann ich auch den Unterricht passgenau an den Bedürfnissen der Schüler ausrichten.

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